Emmaus-Gang zu Ostern

Die düstere Wetterstimmung des Ostermontages passte zu der Stimmungslage, die damals die beiden „Emmaus“-Jünger gehabt haben mussten, als sie sich traurig und niedergeschlagen auf den Weg von Jerusalem zurück nach Emmaus aufmachten. Denn nur drei Tage zuvor, am Karfreitag, war ihr Herr, Jesus Christus, am Kreuz hingerichtet worden. Unterwegs trafen die beiden Emmaus-Jünger mit einem fremden Mann zusammen, der ihnen erzählte, Jesus sei auferstanden und sie bräuchten nicht mehr traurig zu sein. Erst später wurde den Jüngern klar, dieser Fremde war tatsächlich Jesus selbst. Über fünf Stationen und vier Wegstrecken wollten nun auch die 11 Emmaus-Pilger aus dem Pastoralverbund in Gebeten, Gedanken und Meditationen selber erfahren, dass Jesus auferstanden ist. Auf der ersten Strecke durch die Rünther Zechensiedlung sollte jeder über das nachdenken, was ihn vielleicht bedrückt. Als Symbol für diese Last bekam dann auch jeder einen kleinen Kieselstein, den er nun bei sich tragen sollte.

In einer Meditation an der zweiten Station gaben sich die Pilger gegenseitig Mut: „Nicht stehen bleiben in der Trauer, nicht aufgeben und tapferen Schrittes weitergehen, in der Zuversicht, dass jemand mit mir geht“. Nun wurden die Kieselsteine getauscht, denn „einer trage des Anderen Last“. Die zweite Wegstrecke wurde dann schweigend zurückgelegt. Auch nach der dritten Wegstrecke ging es meditierend weiter: „Ist alle Hoffnung vergebens, die sich Christen machen?“ An einem flachen Findling machten die Pilger nun Halt zu ihrer vierten Station: „Kann ich in Jesu Leiden, Tod und Auferstehung vielleicht auch Halt für mein eigenes Leben finden?“ fragten sich die Pilger. Im Kreis trugen sie nun ihre persönlichen Fürbitten vor und legten die Kieselsteine auf dem Findling zu einem Kreuz zusammen. In der Elisabeth-Kirche angekommen, stellten die Emmaus-Pilger ihre brennenden Kerzen in einer Reihe auf den Altar und nahmen anschließend in der Heiligen Messe an der Eucharistiefeier teil, so wie es damals Jesus auch mit seinen Jüngern getan hatte.