Emmaus – damals und heute

Liebe Schwestern und Brüder in unserer Stadt Bergkamen,

im Konferenzraum unseres Pastoralverbundsbüros in der Parkstrasse hängt auch ein Kunstdruck mit einem Bild, das der Künstler Caspar David Friedrich 1835 vollendet hat: „Mattino di Pasqua“ steht darunter, und das heißt „Ostermorgen“. Es zeigt den Rücken dreier Menschen, die im ersten Licht des Morgengrauens, im ersten Licht der aufgehenden Sonne auf einem langen, schmalen Wanderweg unterwegs sind. Wir können darin immer wieder die Jünger von Emmaus sehen, die uns jedes Jahr im Evangelium des Ostermontags begegnen: Traurig darüber, dass Jesus am Kreuz gestorben ist, traurig darüber, dass ihre Träume, Hoffnungen und Sehnsüchte zerplatzt sind wie eine Seifenblase, gehen sie von Jerusalem nach Emmaus. Begleitet werden sie von einer unbekannten Person, der es gelingt, ihnen neu Hoffnung zu machen, ihnen den Sinn des Karfreitags zu erschließen und ihnen das Geschenk von Ostern zu vermitteln: Sie werden getröstet, werden mutig. „Brannte uns nicht das Herz“, werden sie sagen und schließlich in Emmaus den auferstandenen Herrn erkennen: Er hat sie begleitet, ihnen den Sinn der Schrift aufgeschlossen und ihnen die Erfahrung seiner Gegenwart und Nähe im Brechen des Brotes gegeben: Jesus lebt, und mit ihm leben auch wir. Als Jünger des Herrn Jesus unterwegs mit ihm auf den Straßen unserer Stadt, im Gespräch mit ihm und über sein Wort, verbunden im Brechen des Brotes, verbunden in der Eucharistie, das ist auch ein schönes Bild für die Kirche, das ist auch ein schönes Bild für die Weggemeinschaft unser Kirchengemeinden im Pastoralverbund. Wir sind unterwegs mit Jesus für das Reich Gottes, für seine Liebe und seine Barmherzigkeit, für die Menschen unserer Stadt, in der Sorge für alle, die Hilfe benötigen, damit ihr Leben gelingen kann. Inspiriert werden wir immer wieder durch das Wort Jesu, besonders durch seine Seligpreisungen; Kraft und Mut empfangen wir immer wieder durch das Brechen des Brotes in der Heiligen Messe. „Bleibe bei uns, Herr!“ baten die beiden Jünger damals den unbekannten Mann. „Bleibe bei uns, Herr!“ bitten auch wir den auferstandenen Herrn.

Bleiben wir miteinander und mit Ihm verbunden auf dem Pilgerweg unseres Glaubens!

Von Herzen wünsche ich Ihnen und allen Ihren Lieben die österliche Erfahrung, dass Jesus lebt und mit uns ist!

Ihr Pastor

Thorsten Neudenberger