Primiz Duc Thien Nguyen

Als Duc Thien Nguyen vor rund fünfundzwanzig Jahren als kleiner Steppke während einer Messe in der Elisabeth-Kirche etwas übermütig, aber voll begeistert, ausrief „Was der Pfarrer da macht, das kann ich auch“, da konnte wohl keiner ahnen, dass er dies ein Vierteljahrhundert später auch konsequent in die Tat umsetzen würde. Am Pfingstsonntag feierte Duc Thien Nguyen in der rappelvollen Elisabeth-Kirche nun seine Primiz als Priester.

Bereits einen Tag zuvor erhielt Duc Thien Nguyen am Samstagmorgen im Hohen Dom zu Paderborn zusammen mit vier weiteren Diakonen die Priesterweihe von Erzbischof Hans-Josef Becker durch Handauflegung und Gebet. Damit ist nun auch Duc Thien Nguyen als Jungpriester in die Gemeinschaft der Priester im Erzbistum aufgenommen.

Rund dreißig Mitglieder aus dem Pastoralverbund machten sich sogar am Samstagmorgen in aller Frühe auf den Weg nach Paderborn, um diesem, für den Pastoralverbund als auch für die Pfarrgemeinde St. Elisabeth, „Jahrhundertereignis“ beizuwohnen. Liegt doch die erste Primiz mit Eugen Drewermann über fünfzig Jahre zurück.

Schon früh am Sonntagmorgen und bei bestem „Papstwetter“ trudelten die ersten Gäste von Auswärts ein. Auffällig dabei, viele junge Männer in schwarzen Soutanen – allesamt natürlich Wegbegleiter, Freunde und Diakone aus diversen Priesterseminaren. Auch Weihbischof Matthias König ließ es sich als bekennender Freund der Elisabeth-Gemeinde nicht nehmen, gerade hier die erste Primiz des Jahrgangs 2017 zu begleiten.

Da sich Duc Thien Nguyen aber eine Prozession wie zu Zeiten seiner Erstkommunion gewünscht hatte, machten sich dann alle Fahnenabordnungen, Messdiener und die klerikalen Würdenträger samt Weihbischof auf den Weg zum Kindergarten, um von hier aus die kleine Prozession zu starten. Der Weg von dort bis zur Elisabeth-Kirche war natürlich festlich mit bunten Wimpeln geschmückt.

Mit einem feierlichen Einzug in die Elisabeth-Kirche begann das Primiz-Hochamt. Nach der Begrüßung der Gemeinde, segnete Pastor Thorsten Neudenberger die Primizkerze und ebenso das Priestergewand, das die Gemeinde Duc Thien Nguyen geschenkt hat. Feierlich umrahmt wurde das Hochamt vom Kirchenchor und der „Spatzenmesse“ von Mozart.

In seiner manchmal recht humorvollen Predigt ließ Weihbischof Matthias König noch einmal den Werdegang Duc’s Revue passieren. „Aufgewachsen in einer glaubensstarken Familie und als Messdiener in der Pfarrgemeinde, hat er mit seinem unerschütterlichen Vertrauen als „Frühberufener“ die besten Voraussetzungen für den Priesterberuf mitgebracht“, so König.

Allerdings gab der Weihbischof auch zu bedenken, dass die Zeiten für die geistlichen Berufe längst nicht mehr so rosig sind: „Wir befinden und in einer Zeit zwischen ‚nicht mehr‘ und ‚noch nicht‘ – mach Du bitte aber für uns alle das Beste daraus!“ Auch verriet der Weihbischof mit einem Augenzwinkern, wo er das denn tun könne: „Seine erste Wirkungsstätte liegt zwei Stunden von hier hinter den sieben Bergen - in Kirchhundem.“

Am Ende der Primiz-Messe spendete Duc der Gemeinde sogar den päpstlichen Segen „Urbi et Orbi“ - etwas, das der Papst den Neupriestern nur ein einziges Mal zu ihrer Primiz-Messe erlaubt. Dabei verwendete Duc eine Kreuzreliquie, die Pastor Thorsten Neudenberger ebenfalls zu seiner Primiz vor vierundzwanzig Jahren in St. Urban Ende-Syburg in den Händen hielt.

Nach dem über zweistündigen Primiz-Hochamt konnte sich die Gemeinde dann aber erst einmal an den Imbissständen auf dem Kirchplatz und im Elisabeth-Haus stärken, bevor die Feierlichkeiten mit einer Dankandacht zu Ende gingen.

Klaus-Dieter Hoffmann